Vorgestern hat Julian Assange (Wikileaks) die bisher grösste aus der CIA-Zentrale in Langley geleakte Datensammlung veröffentlicht. Sie stammt direkt aus dem Archiv des "Information Operations Center" (das ist die private, weitgehend illegale Hacker-Spy-Spionageabteilung der CIA), in dem innerhalb der zweiundzwanzigtausendköpfigen "CIA-Familie" ein fünftausendköpfiges Binnenteam von IT-Spezialisten und Hackern tagtäglich den Verstand Gassi führt, um ihren Vorsprung im Wissen um Möglichkeiten, den jeweils als Feind bezeichneten Staat oder politische Gruppierung zu schaden, nicht zu verlieren. Die nun durch Wikileaks bekannt gewordene Übersicht über ihr Gesamtarchiv belegt seine ungeheuerliche Datenmenge, welche diejenige etwa des weltweit genutzten Facebook-Netzwerks übersteigt.

WikiLeaks - CIA führt False-Flag-Hacking durch

«Die Presseinformation über die neueste Veröffentlichung von Daten der CIA durch Wikileaks sagt aus, es handelt sich um die "grösste Publikation von vertraulichen Dokumenten des Geheimdienstes" seitens der Whistleblower-Seite. Der Datenbestand beinhaltet 8'761 Dateien und Dokumente, die aus einem Hochsicherheitsbereich innerhalb der CIA-Zentrale in Langley, Virgina stammt. Wikileaks sagt, die Daten beinhalten Informationen über das globale Hacking-Programm der CIA, eine grosse Sammlung an Schadprogramme, welche der Geheimdienst nutzt, um beliebige Zielobjekte auszuspionieren. Dazu werden Endgeräte als Abhörstationen missbraucht, wie Apples iPhone, die Betriebssysteme Android und Windows, __und sogar die Fernseher von Samsung, dessen Kamera und Mikrophone unbemerkt eingeschaltet werden

… Das heisst, die CIA hat ihre eigene "interne NSA" aufgebaut, in Konkurrenz zum Schwestergeheimdienst. Die Hacking-Abteilung der CIA, "Information Operations Center", besteht aus 5'000 Personen, welche tausende Trojaner, Viren, Hacking-Tools und andere Schadsoftware produziert oder von anderen Hackern übernommen hat. Das "fiese" an diesen Hacking-Werkzeug, die CIA kann Spuren hinterlassen, die auf einen anderen Täter hinweisen, kann also False-Flag-Hacking durchführen...»

Um die Menschen und die für diese illegalen Überwachungsmassnahmen Verantwortlichen nicht zu beunruhigen, berichten die an der "Atlantikbrücke" hängenden europäischen Leitmedien bis heute (wie die amerikanischen) inhaltlich kaum etwas Genaues. Sie begründen dies allgemein mit der Tatsache, dass die Dokumente noch nicht als authentisch bestätigt worden seien (von den mehreren Millionen bisher von Wikileaks veröffentlichten Dokumenten ist bis heute noch kein einziges als Fälschung entlarvt worden) und überdies, wie immer, mit der Sicherheitslage. - Hingegen gibt es in den USA viel Aufmerksamkeit für Talkshows (ich habe dazu eine mit dem früheren CIA-Chef Michael Hayden wahrgenommen), in denen es um den Verfall der früheren Tugenden innerhalb der CIA geht, die gegenwärtig solch "verbrecherische Leaks" möglich machen.

Hayden bedauert die geänderten "kulturellen Instinkte" bezüglich der Worte wie Verschwiegenheit, Loyalität und Transparenz. - Dabei wird allgemein aus gutem Grund ein Leak und kein Hack vermutet. Das Hacken (das Eindringen von aussen) in das hochgeschützte CIA-Archiv wird kaum von jemandem als möglich erachtet, im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Leak, das heisst die unbefugte Weiterleitung durch mit den betreffenden Zugangsmöglichkeiten ausgestatteten Personen innerhalb der "CIA-Famillie".

In meinem fiktiven Artikel vom 3. Jan. 2017, den ich im Dezember 1978 schrieb, äussert sich die berichtende Nachrichtenzentrale Weltordnung zum Einsatz von DSVS als einem der Werkzeuge des totalitären Glück- und Wohlstandstaates (siehe unten). Der gewichtige Unterschied meines prophetischen Artikels zu der nun aufgedeckten Realität, über den man sich jedoch nur mässig freuen mag, besteht darin, dass in der Fiktion von 1978 die nivellierende Vermassung der Individuen bereits so weit fortgeschritten ist, dass die Bevölkerung die elektronischen Selbstüberwachungsanlagen in ihren Privaträumen mit vollem Bewusstsein installiert (als Schutzmassnahme vor allen möglichen Bedrohungen wie Amok, Terror, Sabotageakte usw., die der Aufsatz aus dem Jahre 1978 im weiteren detailliert ausführt.) - Gegenwärtige sogenannten Smart-TV's wie Samsung enthalten in ihren Betriebsanleitungen zwar die Information, dass man private Gesprächsinhalte nicht vor dem Fernseher verhandeln soll. Doch wer ist sich der Bedeutung dieses Hinweises wirklich bewusst? Dass ihn nämlich, will er sich der Bedienungsanleitung gemäss verhalten, sein Smart-TV aus seinem eigenen Wohnzimmer verdrängt hat! - Nur wenige Bürger der freien Welt sind mit dem Treiben der CIA einverstanden, trotzdem sie durch ihre Steuerabgaben gezwungen sind, den letztlich gegen die individuelle Gedankenfreiheit gerichteten Missbrauch zu bezahlen.

In der „Korrespondenz des Seminars für Freie Jugendarbeit, Kunst und Sozialorganik“ (wie «Das Seminar» damals hiess) vom Januar 1979 war das folgende zu lesen:

Die in Japan entwickelten, unter der Bezeichnung DSVS (double stream visionysing system) oder kurz DV (double visionyser) auch bei uns bereits im Handel erhältlichen Heimüberwachungsanlagen oder besser Wohnschutzapparate beruhen kurz gesagt auf der Einrichtung einer leicht modifizierten elektronischen Kleinkamera, welche (dies macht die technische Neuerung aus) mit unerheblichem Aufwand im Geräteinneren der handelsüblichen Fernseher eingebaut werden kann. Das Empfangsauge wird dabei von hinten an den Fernsehbildschirm angeschlossen. Es besteht dadurch die Möglichkeit, durch Mitbenutzung der bestehenden Televisionskanäle ohne grossen Kostenmehraufwand die Wohnschutzeinrichtungen in Betrieb zu nehmen, die übrigens streng staatlich geführt werden. Den von einigen Bürgergruppierungen geäusserten Bedenken, den Missbrauch der Anlagen betreffend, wurde durch die Verabschiedung eines diesbezüglichen Gesetzespaketes durch die amerikanische Zentralkammer vor der gesetzlich beordeten Installation und Inbetriebnahme voll Rechnung getragen. Der international zusammengesetzten vorbereitenden Kommission gehörten namhafte Rechtsgelehrte, Kriminalisten und auch Menschenrechtsforscher an (siehe hierzu z.B. John Crooks, investigations on social input of DSVS, Illinois university 2012, oder Hella Listreich, das Problem der gegenläufigen optischen Kanäle vom Gesichtspunkt des Individualrechts, Zivilrechtskommission Wiesbaden 2013).

Die prophetische Fiktion von 1978 ist als N°116 hier erhältlich.